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Vom Studium zur Berufsausbildung

Der Schnuppertag im Betrieb als Instrument zur Rekrutierung

Nicht zuletzt die aktuelle DIHK-Ausbildungsumfrage hat gezeigt, dass Betriebe weiterhin große Probleme haben, Auszubildende zu finden. Demzufolge konnten 34 Prozent der Unternehmen im Jahr 2017 ihre Lehrstellen nicht besetzen. Jeder zehnte Betrieb hätte auf entsprechende Stellenangebote keine einzige Bewerbung erhalten. Als strukturelle Gründe werden häufig der demographische Wandel sowie die zunehmende Akademisierung genannt. In jedem Fall steht eines fest: Unternehmen müssen neue Wege finden, um sich bei der Gewinnung von Auszubildenden – also den späteren Fachkräften – zu behaupten.

Auf der einen Seite können Unternehmen ihre Rekrutierungsstrategien weiterentwickeln, wie zum Beispiel die Nutzung digitaler, von der Zielgruppe genutzter Medien. Auf der anderen Seite haben Betriebe aber auch die Möglichkeit, bisher weniger berücksichtigte Zielgruppen anzusprechen. Studienaussteiger/innen etwa stellen ein attraktives Nachwuchspotenzial dar. Schließlich verlässt etwa ein Drittel der Studierenden eines Jahrgangs die Hochschule ohne Abschluss. Diese jungen Menschen sind in der Regel auf der Suche nach einer berufspraktischen Perspektive. Eine betriebliche Berufsausbildung mit Übernahmemöglichkeit und interessanten Fortbildungs- und Karrierewegen ist vor diesem Hintergrund attraktiv und für viele Studienaussteiger/innen die am stärksten nachgefragte Alternative.

Mit der vom BMBF-geförderten Projekt  Queraufstieg Berlin „Beratungsnetzwerk Berufsbildung für Studienaussteiger/innen“ (www.queraufstieg-berlin.de) entwickelten Praxisbroschüre „Durchführung von Schnuppertagen mit potenziellen Auszubildenden im Unternehmen“ erhalten Personalverantwortliche umfassende Einblicke und Arbeitshilfen zur erfolgreichen Durchführung von Schnuppertagen im Unternehmen. Schnuppertagen bieten sich als Instrument sowohl für die Rekrutierung, als auch für das Ausbildungsmarketing an. Mit ihrer Hilfe lassen sich Studienaussteiger/innen ansprechen und unverbindlich kennenlernen.

Die Broschüre beinhaltet folgende Themen:

  • Abgrenzung Schnuppertag und Arbeitsverhältnis
  • Rekrutierung und Auswahl von potenziellen Auszubildenden
  • Voraussetzungen, Dauer und rechtliche Rahmenbedingungen
  • Versicherung und vertragliche Gestaltung
  • Organisatorisches, Ablauf und Inhalte

Weiterhin finden sich in der Broschüre: ein Fragebogen für Schnuppertag-Bewerber/innen, eine praktische Checkliste für die Durchführung der Veranstaltung sowie eine Vorlage für einen idealtypischen Schnuppertag-Ablauf.

Für potenzielle Auszubildende bietet die Teilnahme an Schnuppertagen den Vorteil, Einblick in die Berufspraxis zu erhalten. Im Anschluss können sie besser einschätzen, ob das Unternehmen zu ihnen passt und die jeweilige Berufsausbildung für sie geeignet ist. Auf diese Weise kann auch das laut DIHK-Ausbildungsumfrage größte Ausbildungshemmnis reduziert werden: die unklaren Berufsvorstellungen. 

  Andrea Mohoric

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