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Strategische Vernetzung schafft mehr Übersicht - Der Kooperationsverbund „Übergang Schule-Beruf für junge Geflüchtete“ in Sachsen-Anhalt

von Wiebke Reyels

In Folge der stark gestiegenen Zahl Zugewanderter entstanden seit 2015 bundesweit neue Förderstrukturen. In kurzer Zeit wurden Bundes- und Landesprogramme ausgebaut und Lücken in der Unterstützungsstruktur durch kommunale Fördermittel oder ehrenamtliche Initiativen ausgefüllt. Dies hat aber teilweise auch zu einer gewissen Unübersichtlichkeit geführt. Unklar war u.a., ob Angebote in ausreichendem Maße vorhanden waren, ob sie systematisch aufeinander aufbauend vorgehalten wurden oder ob parallele Förderstrukturen entstanden waren.

2016 beantragten 16.528 Personen in Sachsen-Anhalt Asyl und wurden im Ankunftszentrum in Halberstadt registriert. Die Gruppe der 14- bis 25-Jährigen umfasste insgesamt 5.305 Geflüchtete, davon 3.656 aus Syrien. Dies stellte das Land Sachsen-Anhalt vor neue Herausforderungen. In der Folge wurden auch hier zahlreiche Unterstützungsangebote bereitgestellt. Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration beauftragte daher das f-bb, das die Landesnetzwerkstelle RÜMSA betreibt, eine Vernetzungsveranstaltung durchzuführen. Hier kamen im Juni 2016 über 180 Akteure ins Gespräch.

In der Folge wurde ein Kooperationsverbund aus bundes- und landesfinanzierten Programmen gegründet, der das Ziel verfolgt, Überschneidungen bei der Integration junger Geflüchteter am Übergang Schule-Beruf zu verhindern und bereits etablierte und neu entstehende Angebote zu verzahnen. Dabei geht es vor allem um:

  • Schaffung einer Übersicht über die Angebote für Geflüchtete am Übergang,
  • Vorbereitung gemeinsamer Aktivitäten,
  • Vermeidung paralleler Ansprachen,
  • Aufbau von Wissen und Expertise bei Akteuren vor Ort,
  • Transfer von Beispielen guter Praxis,
  • strategische Auswertung der Aktivitäten und Erarbeitung von Empfehlungen an die Politik.

Partner sind die KAUSA-Servicestellen (Bundesprogramm „Jobstarter Plus“, BMBF), das Beratungsprojekt MiiDU („ESF-Integrationsrichtlinie Bund“, BMAS) und die Landesnetzwerkstelle RÜMSA (Landes-ESF-Programm „Regionales Übergangsmanagement“ des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt).

Der Verbund sammelte Informationen zu seit längerem bestehenden und (z.B. durch das Integrationsgesetz) neu geschaffenen Fördermöglichkeiten und ordnete diese verschiedenen Prozessphasen in der Integration junger Geflüchteter zu. Darin wurden ebenso ergänzende Bundes- und Landesprogramme erfasst. Aktuell werden gemeinsame Veranstaltungen geplant, um weitere örtliche Angebotsstrukturen zu lokalisieren und ggf. Förderlücken oder Hindernisse zu identifizieren, die der Nutzung von Förderinstrumenten entgegenstehen. Bis Juni 2017 soll die Übersicht in Form einer „virtuellen Landkarte“ veröffentlicht werden.

Um den Erfolg der Kooperation zu sichern, haben die Partner ihre Kompetenzbereiche und den Wirkungskreis ihrer Aktivitäten abgestimmt. So konnten Synergien für gemeinsame Aktivitäten, wie z.B. eine Unternehmensbustour für junge Geflüchtete, wirkungsvoll umgesetzt werden.

Die Kooperation gelingt, weil alle Partner sich eng abstimmen und auf Augenhöhe miteinander agieren. Je nach Kompetenzbereich oder regionaler Zuständigkeit binden sie sich gegenseitig in Veranstaltungen ein. Die bestehenden Herausforderungen werden auf den regelmäßigen Treffen im Verbund diskutiert und bilden die Grundlage für die Entwicklung gemeinsamer Handlungsempfehlungen.

Junge Geflüchtete erhalten erste Einblicke in die betriebliche Seite der dualen Ausbildung und in verschiedene Berufsbilder. Zu diesem Zweck organisierte das Projekt MiiDU gemeinsam mit dem Kooperationsverbund und anderen Partnern eine Bustour zu drei Unternehmen im Magdeburger Raum. (Foto: LAMSA e.V., Projekt „MiiDU“)

Weitere Informationen zum Kooperationsverbund finden Sie unter

Rümsa Sachsen-Anhalt

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