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EDGE – Entwicklung von Modellen der Anrechnung von Lernergebnissen zwischen Ausbildungsberufen im Dualen System auf der Grundlage von ECVET

Flexibilität, Mobilität und die kontinuierliche Weiterentwicklung beruflicher Kompetenzen gehören heute für viele Fachkräfte zu den selbstverständlichen Anforderungen ihrer Arbeitswelt. Mit dem ECVET (European Credit System for Vocational Education and Training) wird gegenwärtig ein Instrument entwickelt, das darauf abzielt, die Mobilität junger Menschen bereits in der Phase der beruflichen Erstausbildung zu erhöhen. ECVET kann aber auch über den Mobilitätskontext hinaus zur Entwicklung flexiblerer Formen der Dokumentation von Lernergebnissen beitragen: Es kann helfen, Ergebnisse lebenslangen Lernens besser sichtbar zu machen und durch die Förderung einer europäischen Kultur der Feststellung von „learning outcomes“ auf lange Sicht zu aussagekräftigeren Zertifikaten im Bereich der beruflichen Bildung zu gelangen.

Wird ECVET in diesem Sinne zur Erhöhung der Transparenz von Lernergebnissen beruflicher Bildung eingesetzt, kann dies die Durchlässigkeit nationaler Bildungssysteme entscheidend erhöhen. Innerhalb des Bereichs der Berufsbildung bedeutet das, Lernergebnisse zwischen Ausbildungsgängen anrechenbar zu machen. Dies trägt dazu bei, die Attraktivität beruflicher Qualifizierungswege zu erhöhen und Warteschleifen, redundante Qualifizierungen und nicht anschlussfähige Bildungswege zu reduzieren.

Das BMBF-Programm „DECVET - Entwicklung eines Leistungspunktesystems in der beruflichen Bildung“ zielt, hinausgehend über den Aspekt der Förderung transnationaler Mobilität, darauf, im nationalen Kontext transferierbare Anrechnungsmodelle zu entwickeln und zu erproben, um damit perspektivisch Bildungswege öffnen und durchgängiger gestalten zu können.

Im Projekt EDGE werden auf der Grundlage von ECVET Anrechnungsmodelle für Lernergebnisse zwischen acht dualen Ausbildungsberufen im Metall- und Elektrobereich entwickelt. Das Projekt nutzt das Leistungspunktesystem ECVET dafür, die möglichen Übergänge zwischen benachbarten Ausbildungsberufen sichtbar zu machen und die sachliche Basis für die Anrechnung erzielter Lernergebnisse – z. B. bei Neuorientierung eines Auszubildenden oder einer Anschlussqualifizierung in einem komplexeren Berufsbild – zu schaffen.

Zielsetzung

  • Auf der Grundlage von acht ausgewählten Berufsbildern werden Lerneinheiten entwickelt und outcome-orientiert erfasst.
  • Die Bereitstellung kompetenzorientierter Standards erhöht standort- und unternehmensübergreifend die Vergleichbarkeit von Lernergebnissen beruflicher Bildung und bringt die hervorragende Qualität dualer Ausbildungsgänge im internationalen Vergleich deutlich zur Geltung.
  • Kompetenzorientierte Prüfungsverfahren werden entwickelt und exemplarisch erprobt.
  • Verfahren der Dokumentation von Lernergebnissen werden vorgeschlagen.
  • Kriterien für den Vergleich von Lerneinheiten werden entwickelt.
  • Die Identifizierung möglicher Anrechnungsverhältnisse innerhalb der Berufsfamilie erleichtert den Übergang zwischen dualen Ausbildungsgängen.
  • In Kooperation mit den zuständigen Stellen werden qualitätssichernde Maßnahmen der Anrechnung von Lernergebnissen auf der Basis von ECVET entwickelt.

Mit der Projektverlängerung von Mai 2010 bis Oktober 2011 werden zusätzlich folgende Ziele verfolgt:

  • Die Transferierbarkeit der Projektergebnisse auf kleine und mittelständische Unternehmen.
  • Die Validierung der entwickelten Lerneinheit-Systeme wird durch die Erprobung der Lerneinheiten von drei Berufen und der entsprechenden Verfahrend des Kompetenznachweises ausgeweitet.
  • Für das Kompetenznachweisverfahren werden Personalschulungen und Instrumente für die Dokumentation von Kompetenzen nach einheitlichen Qualitätsstandards eingeführt.
  • Während der Projektlaufzeit werden die Kooperation mit den zuständigen Stellen und die Synchronisierung mit europäischen Prozessen sichergestellt.

Das Projekt EDGE ist Teil der Förderinititative "DECVET - Entwicklung eines Leistungspunktesystems in der beruflichen Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Partner

AUDI AG

Laufzeit

01.11.2007 - 31.10.2011

Publikationen

Europäisierung der Berufsbildung - Handlungsbedarf in Deutschland?
Autor: Severing, E.

In: Wirtschaft und Berufserziehung 11/2008, S. 13-19

Mobilität und Durchlässigkeit in der Berufsbildung durch Anrechnung von Lernergebnissen
Autor: Schöpf, N.

In: berufsbildung. Zeitschrift für Praxis und Theorie in Betrieb und Schule, Heft 112, S. 20-22

Ihr Ansprechpartner

Dr. Thomas Reglin
Telefon: +49 911 27779-44
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