
Lebensphasenorientiertes Wissensmanagement
Laufzeit: -
Das Entwicklungsprojekt “Lebensphasenorientiertes Wissensmanagement” (LOW) untersuchte, wie KMU Wissen in Übergangsphasen sichern und weitergeben können. Im Fokus standen Ausbildung, Elternzeit und Renteneintritt. Die Ergebnisse zeigen, dass Wissen häufig über persönliche Interaktion, Mitlaufen und projektbezogene Zusammenarbeit weitergegeben wird. Risiken entstehen durch Personenabhängigkeit, uneinheitliche Ablagen, Zeitdruck und begrenzte Sicherung impliziten Erfahrungswissens. Sichtbar wurden wenig standardisierte Einarbeitung, informelle Übergaben bei Elternzeiten und späte Übergaben beim Renteneintritt.
Hintergrund waren demografischer Wandel, Fachkräftebedarf und das Risiko, dass geschäftskritisches Wissen bei Abwesenheit, Wechsel oder Ausscheiden verloren geht. LOW verfolgte einen qualitativ-explorativen Ansatz mit Interviews mit Verantwortlichen und Beschäftigten aus KMU und Großunternehmen. Good-Practice-Ansätze wurden einbezogen und im Validierungsworkshop rückgekoppelt. Die Auswertung erfolgte als thematische Analyse entlang von Status quo, Erfolgsfaktoren, Barrieren, Bedarfen und Entwicklungspotenzialen.
Das Projekt zeigt, dass wirksames Wissensmanagement nicht allein durch digitale Tools entsteht. Entscheidend ist ein Zusammenspiel von Strukturen, alltagstauglichen Wissenspraktiken und einer Kultur des Austauschs. Wissen sollte frühzeitig gesichert, verteilt und in Formaten dokumentiert werden, die zu Arbeitsbereichen, Zielgruppen und Routinen passen. Als Produkte entstanden unternehmensspezifische Two-Pager, Handlungsempfehlungen und eine Checkliste. Während die Two-Pager den beteiligten Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden, wurden die Handlungsempfehlungen, die Checkliste sowie ein Transferansatz auf der Website des f-bb veröffentlicht. Außerdem wurden ein Blogbeitrag und eine Veröffentlichung auf einer Fachplattform zu digitaler Arbeits- und Organisationsgestaltung vorbereitet. Weiterer Forschungsbedarf besteht darin, die Ansätze in unterschiedlichen Branchen und Arbeitskontexten zu erproben und zu untersuchen, unter welchen organisationalen Bedingungen sie in betriebliche Wissenspraktiken integriert und stabilisiert werden.
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Katja Pein
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