InfoForum 03/2020

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Editorial

Die Coronapandemie hält uns weiterhin in Atem. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dennoch bleibt eine andere arbeitsmarktpolitische Herausforderung bestehen: Der Fachkräftemangel. Selbst unter optimistischen Annahmen wird das Arbeitskräftepotenzial laut IAB bis zum Jahr 2030 um rund 1,5 Millionen Menschen kleiner werden. Trotz der aktuellen Krise bleibt es daher unsere Daueraufgabe, alle Potenziale zu heben, Ausbildungsabbrüche zu verhindern und individuell passende Wege in den Arbeitsmarkt aufzuzeigen.  

Genau diesen Aufgaben widmen sich die Jugendberufsagenturen (JBA). Diese rechtskreisübergreifend agierenden Kooperationsbündnisse richten sich in erster Linie an junge Menschen unter 25 Jahren. Sie sollen dort „wie aus einer Hand“ unterstützt werden. Neben Hilfen zur Auswahl des richtigen Berufs gehören auch Beratung bei finanziellen Schwierigkeiten oder bei Problemen in der Ausbildung zu ihrem Portfolio. Alles getreu dem Motto: Alle werden gebraucht. Niemand wird zurückgelassen. Jede und jeder bekommt eine zweite Chance. 

Im aktuellen InfoForum werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Ansätze, die bei Jugendberufsagenturen zu beobachten sind. Wie sind JBA organisiert? Worin liegen die Hindernisse und wie weit sind die Angebote inzwischen gediehen? Wie wird die Kooperation dort wahrgenommen und was hält die Zielgruppe von dem Angebot? Wir beleuchten die Modelle in Berlin, Bremen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein aus mehreren Perspektiven und diskutieren, ob – und falls ja – wie die Angebote ihre Wirkung entfalten.

Inhalt

  1. Arbeiten am gemeinsamen Ziel. Ergebnisse einer Befragung unter Mitarbeitenden der Jugendberufsagentur Bremen-Bremerhaven

  2. Die Schule als Litfaßsäule der Jugendberufsagentur. Interview mit f-bb-Projektgruppenleiterin Dr. Barbara Kiepenheuer-Drechsler zur Evaluation der Jugendberufsagentur Berlin

  3. Gut aufgestellt im Netzwerk. Jugendberufsagenturen in Schleswig-Holstein

  4. Kommunale Gestaltungsmöglichkeiten als Potenzial. Auf dem Weg zu Jugendberufsagenturen in Sachsen-Anhalt

  5. Fachkräfte für den Mittelstand. Förderung von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten sorgt für hohe Qualität der Aus- und Weiterbildung

  6. JOBLOQ.de im frischen Design. Online-Tool unterstützt Geflüchtete und Neuzugewanderte bei Bewerbungen

Arbeiten am gemeinsamen Ziel

Ergebnisse einer Befragung unter Mitarbeitenden der Jugendberufsagentur Bremen-Bremerhaven

Ziel der Jugendberufsagentur Bremen-Bremerhaven ist es, junge Menschen auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft zu orientieren, zu beraten und zu begleiten. Diesem Ziel haben sich die Verwaltungs- und Kooperationspartner im Land Bremen verpflichtet – gelebt wird es durch die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden in den Standorten der JBA. Durch die Arbeit „unter einem Dach“ konnten in den beiden Städten die Schnittstellen zu den Beratungsleistungen der jeweils anderen Partner deutlich verbessert werden. So sehen es die JBA-Beschäftigten selbst. Dabei unterstützen die räumliche Nähe und „kurzen Wege“sowie unterschiedliche Formateden fachlichen Austausch. Sie vereinfachen auch Abstimmungen mit Kolleg*innen anderer Bereiche. Resultat ist eine Steigerung der Beratungsqualität. Das ist das Ergebnis einer Evaluation der Jugendberufsagentur durch das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb).

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Die Schule als Litfaßsäule der Jugendberufsagentur

Interview mit f-bb-Projektgruppenleiterin Dr. Barbara Kiepenheuer-Drechsler zur Evaluation der Jugendberufsagentur Berlin

Frage: Frau Dr. Kiepenheuer-Drechsler, Sie evaluieren derzeit die Jugendberufsagentur (JBA) Berlin. Wie misst man den Erfolg eines solchen Angebotes? 

Dr. Barbara Kiepenheuer-Drechsler: Das ist nicht so einfach, da der Erfolg einer JBA immer auch vom Gesamtkontext abhängt, etwa der demographischen Entwicklung und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Um eine Wirkung messen zu können, muss immer ein Vergleich gezogen werden: entweder zu einer vergleichbaren Region ohne JBA, oder zu einem Zeitpunkt, in dem es eine solche noch nicht gab. In Berlin gibt es seit 2016 in jedem der 12 Bezirke einen regionalen Standort der Jugendberufsagentur Berlin. Damit bleibt nur ein „Vorher-Nachher“-Vergleich und die Analyse der nach 2015 erfolgten Veränderungen.

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Gut aufgestellt im Netzwerk

Jugendberufsagenturen in Schleswig-Holstein

Trotz weitgehend ähnlicher Vorstellungen darüber, was eine Jugendberufsagentur (JBA) ist, sieht die regionale Umsetzung – vor allem in Flächenstaaten – sehr unterschiedlich aus. Die Formen reichen von einem zentral gelegenen Standort über eine virtuelle Präsenz bis hin zu mehreren dezentralen Anlaufstellen. Immer geht es um die Frage: Wie und wo können junge Menschen durch die JBA möglichst gut erreicht werden?

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Kommunale Gestaltungsmöglichkeiten als Potenzial

Auf dem Weg zu Jugendberufsagenturen in Sachsen-Anhalt

Bundesweit wird zunehmend flächendeckend ein in dieser Konsequenz vergleichsweise neues Angebot für junge Menschen am Übergang Schule-Beruf implementiert: Dabei geht es um eine zwischen Jugendamt, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Schulen und weiteren Akteuren abgestimmte und vernetzte Beratungs- und Dienstleistungstätigkeit „unter einem Dach“ (One-Stop-Government). Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Landkreise und kreisfreien Städte seit 2015 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes bei der Entwicklung eigener Modelle der Zusammenarbeit. Gerade für ein Bundesland mit großen Flächenlandkreisen sind regionalisierte Lösungen essentiell. Nach fünf Jahren RÜMSA tritt der Vorteil dieser Herangehensweise deutlich hervor.

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Fachkräfte für den Mittelstand

Förderung von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten sorgt für hohe Qualität der Aus- und Weiterbildung

Mit überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) werden mehrere Ziele verfolgt: Sie sollen die Ausbildungsfähigkeit von Betrieben sicherstellen, Auszubildende auf die berufliche Praxis vorbereiten sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung unterstützen. Eine vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) durchgeführte Studie zeigt, dass die ÜBS diese Ziele erreichen und damit erheblich zur Qualität der Aus- und Weiterbildung beitragen. Das vom Institut evaluierte ÜBS-Bundesförderprogramm spielt dabei eine zentrale Rolle.

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JOBLOQ.de im frischen Design

Online-Tool unterstützt Geflüchtete und Neuzugewanderte bei Bewerbungen

„Einzureichen sind schriftliche und vollständige Bewerbungsunterlagen“. Eine übliche Anforderung bei Job- und Ausbildungsangeboten – und dennoch für Geflüchtete und Neuzugewanderte eine mitunter große Herausforderung. Ob fehlende schriftliche Nachweise von Arbeitserfahrungen, geringer Kenntnis formaler Anforderungen oder sich noch entwickelnde Deutschkenntnisse: Das vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) erarbeitete Brandenburger Web-Portal „JOBLOQ.de“ setzt genau bei diesen Hürden an und verhilft Geflüchteten und Neuzugewanderten zu einem professionellen Set an Bewerbungsunterlagen.

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Tobias Biró

Referent Unternehmenskommunikation

Tel.: +49 911 277 79-43

Mail: tobias.biro@f-bb.de