
Dem beruflichen Bildungspersonal in Betrieben, außerbetrieblichen Einrichtungen und beruflichen Schulen kommt eine Schlüsselfunktion für die Erziehung und Bildung junger Menschen zu. Ausbilder, Lehrer, Bildungsberater und Prüfer leisten einen entscheidenden Beitrag zur Qualität der Aus- und Weiterbildung. Mit der Wiedereinführung der Nachweispflicht der Ausbildereignung, der Novellierung der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO), der Entwicklung der Fortbildungsgänge zum geprüften Aus- und Weiterbildungspädagogen und zum geprüften Berufspädagogen wurden wichtige Rahmenbedingungen für die Qualifizierung des Bildungspersonals geschaffen. Im Bereich der universitären Lehrerbildung vollziehen sich durch die Umstellung auf neue Strukturmodelle ebenfalls weitreichende Reformen in der Ausbildung der Berufs- und Wirtschaftspädagogen. Durch den demografischen Wandel und den sich abzeichnenden Mangel an jungen Fachkräften, die heterogener gewordene soziokulturelle Herkunft der Lernenden sowie durch neue Formen der Arbeitorganisation ergeben sich veränderte Herausforderungen für das Berufsbildungspersonal. Die Entwicklung ist gekennzeichnet durch steigende, zugleich aber auch differenzierter werdende Anforderungen und Erwartungen an kompetentes Handeln. Vielfach wird von einem Rollenwechsel gesprochen - vom Lehrenden zum Lernberater und Lernprozessbegleiter. Neue Funktionen erwachsen aus der gestiegenen Bedeutung der Übergangsprozesse von allgemein bildenden Schulen in den Bereich der beruflichen Bildung oder durch regionale Netzwerke. Für diese neuen Aufgaben und veränderten Funktionen muss das berufliche Bildungspersonal qualifiziert werden. Dazu bedarf es innovativer Aus- und Fortbildungskonzepte, aber auch einer wissenschaftlichen Aufklärung über die veränderten Aufgaben und Herausforderungen, einer Analyse der Berufspraxis sowie einer Evaluation von Handlungskonzepten.