Sicherung des Fachkräftepotenzials durch Nachqualifizierung: Befunde - Konzepte - Forschungsbedarf

Kurzbeschreibung

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist durch einen ausgeprägten Mismatch gekennzeichnet. Auf der einen Seite schrumpft das verfügbare Erwerbspersonenpotenzial infolge der demographischen Entwicklung. Viele Unternehmen beklagen einen zunehmenden Mangel an Fachkräften. Gleichzeitig gibt es rund 2,2 Mio. Menschen unter 34 Jahren, die über keinen formalen beruflichen Abschluss verfügen und die deshalb einem hohen Risiko ausgesetzt sind, arbeitslos zu werden oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen zu arbeiten.

Eine verstärkte Qualifizierung der Menschen ohne anerkannten Berufsabschluss, von jüngeren wie von älteren, könnte dazu beitragen, dauerhafte Beschäftigungsperspektiven für diese Personengruppe zu eröffnen. Dazu reicht eine verstärkte Anpassungsweiterbildung allein nicht aus. Notwendig sind ebenso andere, dem Lernverhalten Rechnung tragende Lernformen, der Erwerb anerkannter beruflicher Abschlüsse, mindestens aber von anerkannten und anrechnungsfähigen Teilqualifikationen sowie die Anerkennung der durch zum Teil langjährige Berufstätigkeit erworbenen Kompetenzen.

Die AG BFN plant einen Workshop, auf dem Forschungsergebnisse wie auch Ergebnisse aus wissenschaftlich reflektierten Praxisprojekten vorgestellt und diskutiert werden. Vier Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt:

1) Weiterbildungsbeteiligung gering Qualifizierter: Im Fokus stehen die Gründe für die geringe Teilnahme an formalisierter Weiterbildung sowie Instrumente und Maßnahmen (einschließlich Qualifizierungstarifverträgen) zur Erhöhung der Teilnahmequoten.

2) Anerkennung informell / non-formal erworbener Kompetenzen: Formal gering Qualifizierte verfügen aufgrund einer unter Umständen langjährigen Arbeitserfahrung über Kompetenzen, die entweder den Zugang zu Expertenprüfungen oder eine Teilanerkennung ermöglichen.

3) Nachholen beruflicher Abschlüsse: im Zentrum steht die Evaluation von beruflichen Maßnahmen zur Nachqualifizierung, ebenso von entsprechenden Programmen (z.B. Quali-KUG, WeGebAU, IFlaS, „Perspektive Berufsabschluss“). Es geht um die Identifikation von Wirkungen und Erfolgsbedingungen.

4) Organisation des Lernens: Formal gering Qualifizierte sind durch ein seminaristisch organisiertes Lernen häufig überfordert. Sie brauchen andere Formen der Lernorganisation bzw. didaktische Formate, die ihrem Lernverhalten besser Rechnung tragen.

Datum

11.07.2013 - 12.07.2013

Veranstaltungsort

Universität Göttingen
Göttingen

Informationen

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