

Kompetenzmanagementsysteme befinden sich auf dem Vormarsch. Große Unternehmen haben längst Strukturen auf Führungskräfte-Ebene etabliert, um deren Entwicklung gezielter vorantreiben zu können. Kleine und mittlere Unternehmen verfügen jedoch nur selten über die notwendigen fachlichen wie finanziellen Ressourcen für die Einführung eines zukunftsorientierten Personalmanagements. Strukturen zur Personalrekrutierung und -entwicklung sind oft unzureichend etabliert, weshalb es ihnen kaum möglich ist eine mittel- oder langfristige Organisations- und Personalentwicklung zu betreiben. Somit ist das Vorhandensein von effektiven Strategien in den meisten Fällen von einem starken persönlichen Engagement und Interesse der Geschäftsführung abhängig.
Das Projekt möchte vor diesem Hintergrund KMU bei der Etablierung wirkungsvoller betrieblicher Strategien zur Sicherung der Fachkräftebasis unterstützen. Der Aufbau von Strukturen für ein integriertes Kompetenzmanagementmodell soll dazu beitragen, eine transparente und durchgängig handhabbare betriebsspezifische Verknüpfung der Unternehmensstrategie mit den Anwendungen der Personalarbeit und der Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter herzustellen. Betriebsnahe Instrumente zur Messung, Beschreibung und Bewertung von Kompetenzen und deren Entwicklungsmöglichkeiten stellen hierzu das verbindende Element dar. Eine hohe Kompatibilität zu bestehenden Strukturen und Abläufen in den Betrieben minimiert die Gefahr von Friktionen in Bezug auf den zeitlichen Ablauf und den Eingriff in Arbeits- und Organisationsprozesse.
Zentrales Anliegen des Projektes ist die Erarbeitung, Erprobung und Evaluierung praktikabler Modelle des betrieblichen Kompetenzmanagements in bayerischen KMU. Der betriebliche Handlungsrahmen umfasst dabei zwei Handlungsfelder, die mit dem Projektvorhaben näher betrachtet werden sollen:
Die Ermittlung der betrieblichen Bedarfe unter Berücksichtigung branchen- und regionalspezifischer Einflussfaktoren erfolgt im Rahmen einer vorangestellten Bedarfsstudie. Auf der Basis dieser Ergebnisse werden im Rahmen einer Workshopreihe Unternehmen und Interessensvertreter für die Thematik sensibilisiert und gemeinsam die Anforderungen an die Instrumentenentwicklung erarbeitet. Dem folgt eine Erprobungsphase in fünf Modellbetrieben, die bei der Erarbeitung, Umsetzung und Evaluierung begleitet werden.
Dieser Prozess wird durch Expertenrunden mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft unterstützt. Zentrale Inhalte sind die Diskussion und Reflexion der identifizierten Problemlagen und Bedarfe, die Definition von Anforderungskriterien für den Entwicklungs- und Verbreitungsprozess sowie die Bewertung entwickelter betrieblicher Lösungsstrategien und deren Verbesserungsmöglichkeiten.
Das Projekt "Strategien gegen den Fachkräftemangel in kleinen und mittleren Unternehmen - Erschließung und Entwicklung von Qualifikationsreserven" wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastuktur, Verkehr und Technologie gefördert.
In den unterschiedlichen aufeinander aufbauenden Phasen der Projektarbeit soll eine Tool-Box integrativer und praxiserprobter Verfahren und Instrumente erarbeitet werden, deren Anwendung für Dritte zugänglich gemacht werden soll. Der Transfer in die betriebliche Praxis ist zentraler Bestandteil der Projektarbeit: