
Die Weiterbildungssituation in deutschen Unternehmen ist derzeit durch abnehmende Teilnehmerzahlen an Weiterbildungskursen und rückläufige finanzielle Aufwendungen für die Weiterbildung der Mitarbeiter gekennzeichnet. International gesehen landet Deutschland damit nur im Mittelfeld. Mit abnehmender Betriebsgröße sinken zudem auch die Weiterbildungsaktivitäten. Dies ist besonders bedenklich, weil die deutsche Wirtschaft hauptsächlich durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geprägt ist. Weiterhin zeigt sich eine disparate Situation bei der Weiterbildungsbeteiligung: Diese Situation ist bei An- und Ungelernten, Älteren und bei Personen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu anderen Beschäftigtengruppen deutlich geringer. Das Resultat ist eine Schlechterstellung dieser Beschäftigtengruppen im Wettbewerb um Arbeitsplätze und damit ein erhöhtes Arbeitsmarktrisiko.
Daraus erwachsen Konsequenzen für Unternehmen und die Arbeitsmarktpolitik:
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat es sich daher zum Ziel gesetzt, im Zuge eines neuen Dienstleistungsangebots für die Arbeitgeberseite – „Qualifizierungsberatung für Unternehmen" – insbesondere KMU für die Notwendigkeit eines gezielten Einsatzes betrieblicher Weiterbildung zu sensibilisieren, den Unternehmen bei der Analyse ihres Bildungsbedarfs beratend zur Seite zu stehen und Anregungen sowie Orientierung für das weitere Vorgehen zu geben.
Die BA übernimmt mit dem Angebot „Qualifizierungsberatung für Unternehmen" eine Doppelfunktion:
Das f-bb unterstützt die BA bei dem Aufbau dieser Dienstleistung für Arbeitgeber. In einem ersten Schritt wird hierzu ein Fach- und Schulungskonzept zur Umsetzung von Qualifizierungsberatung für KMU durch den Arbeitgeber-Service der BA erstellt und im Jahr 2010 in zwei Arbeitsagenturen erprobt. Auf Basis der Evaluationsergebnisse der Pilotphase entwickelt das f-bb für die BA ein Konzept zur Flächeneinführung.