
Wenn auf mittlere bis lange Sicht die Erwerbstätigen nicht nur weniger, sondern auch immer älter werden, müssen sich die Unternehmen frühzeitig darauf einstellen. In den letzten Jahren wurde die Weiterentwicklung betrieblichen Know-hows vor allem über die Einstellung von jungen ausgebildeten Berufsanfängern sichergestellt. Ältere Mitarbeiter wurden hingegen vermehrt in den Vorruhestand oder in die Arbeitslosigkeit entlassen. Dieser Weg wird künftig in die Sackgasse führen, weil das Potenzial an jungen Fachkräften immer knapper wird. Prognosen belegen, dass dem sächsischen Arbeitsmarkt in Zukunft spürbar weniger Erwerbsfähige zur Verfügung stehen werden. Vor allem im Bereich der höher Qualifizierten zeichnen sich angesichts der zahlreich anstehenden Verrentungen auf betrieblicher Ebene Lücken in der Wiederbesetzung vakant gewordener Positionen ab, denn der Arbeitsmarkt hält nicht genügend qualifizierte Fachkräfte vor.
Die betriebliche Personalpolitik ist vor diesem Hintergrund zur Minderung der Fachkräfteproblematik gefordert, dazu beizutragen, Nachfolger aus den eigenen Reihen des Unternehmens frühzeitig zu entwickeln und eigene Führungskräfte länger im Unternehmen zu halten. Dies weist in Richtung einer stärkeren Flexibilisierung des Eintritts in die Nacherwerbsphase und erfordert alternative Ausstiegsmodelle aus dem Berufsleben. Solche Ausstiegsmodelle beinhalten Wissensmanagementprozesse ebenso wie eine frühzeitige, transparente und nachhaltige Kompetenz- und Nachfolgeplanung sowie flexibel gestaltbare Arbeitszeitmodelle, die einen gleitenden Ausstieg ermöglichen. Instrumente hierzu werden in der betrieblichen Praxis von einzelnen Unternehmen durchaus eingesetzt, haben aber bisher noch nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten. Dies gilt vor allem dann, wenn es darum geht, Strategien für den Umgang mit alternden Belegschaften zu entwickeln und dem demografischen Wandel mit einem ganzheitlich angelegten Alternsmanagement zu begegnen. Aufgrund der betrieblichen Knappheit zeitlicher und personeller Ressourcen ist der Beratungsbedarf vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vorzugsweise groß: beginnend mit juristischen Fragen zu flexiblen Beschäftigungsmöglichkeiten und deren Vertragsgestaltung vor und nach dem Renteneintritt, der Integration praktikabler Instrumente des Wissenstransfers bis hin zu regionalen Fördermöglichkeiten zur Umsetzung von Ausstiegsmodellen.
Das Projektvorhaben zielt darauf ab, ein Ausstiegsmodell für die betriebliche Praxis speziell in KMU zu entwickeln. Damit werden Betrieben fundierte Methoden und Instrumente an die Hand gegeben, um vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftebedarfs Beschäftigungsszenarios für die ältere Belegschaft eröffnen zu können, die sowohl das Interesse des Unternehmens als auch der Beschäftigten treffen.
Im Einzelnen werden die folgenden Teilziele verfolgt:
Im Anschluss an das Projekt soll eine umfassende Erprobungsphase der entwickelten Konzepte in Sachsen erfolgen.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaates Sachsen.