adapta – Qualifizierung für Frauen zwischen Beruf und Familie

Projektbereich

Weiterbildung

Kurzbeschreibung

Unternehmen müssen heute davon ausgehen, dass ihre Mitarbeiterinnen, die nach dem Erziehungsurlaub wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren wollen, nur bedingt dort einsetzbar sind. Infolge des technischen Wandels auch im Büro- und Dienstleistungsbereich, in dem Frauen vor allem beschäftigt sind, ist das berufliche Wissen schnell überholt. Viele Kenntnisse fehlen, die in der Zwischenzeit als selbstverständlich gelten. Deshalb ist die Wiederbeschäftigung von Rückkehrerinnen mit beträchtlichen Aufgaben und auch Ausgaben verbunden: Längere Einarbeitungszeiten am alten/neuen Arbeitsplatz und Weiterbildungsmaßnahmen, die sowohl das Fach- als auch das Prozesswissen der Frauen betreffen, sind erforderlich. Nicht wenige Unternehmen scheuen diese Ausgaben und den organisatorischen Aufwand und entlassen diese Arbeitskräfte aufgrund augenscheinlicher Unrentabilität – auch wenn sie nur ungern auf bewährte Mitarbeiterinnen verzichten.

Im Projekt adapta werden Frauen in der Familienzeit für die Rückkehr in den Beruf qualifiziert. Das gewählte Blended-Learning-Arrangement kombiniert sehr kurze Präsenzphasen mit eLearning, um den Frauen größtmögliche Freiheit zu bieten, ihre Lernzeiten im Einklang mit persönlichen und familiären Präferenzen zu absolvieren. Modular aufgebaute Lerneinheiten werden mit betrieblichen Erfordernissen abgeglichen und in Abstimmung mit den Unternehmen, bei denen die Frauen angestellt sind, konzipiert. Zur Unterweisung kommt die eigenverantwortliche übende Anwendung des Gelernten und der Austausch in der Lerngruppe. Diese wie auch die Betreuung durch den Bildungsdienstleister stellt für die Frauen ein Ressourcenangebot dar, das sie nutzen können. In thematischer Hinsicht sind sowohl fachliche Inhalte Gegenstand der Qualifizierung als auch kommunikative Themen und Selbstorganisation als praktizierte Schlüsselkompetenz.

Zielsetzung

Das Projekt adapta, das das f‑bb in Kooperation mit der Frauen: ComputerSchule durchführt, richtet sich an Betriebe, die ihren Beschäftigten den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess erleichtern wollen. Ihre Mitarbeiterinnen erhalten bereits während der Familienphase die Möglichkeit, sich durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen gezielt auf den Wiedereinstieg vorzubereiten.

Auf Seiten der Frauen ist das Ziel, die Rückkehr in den Beruf nach Erziehungszeiten und anderen "Auszeiten" zu erleichtern. Dieser biografische Übergang wird gezielt gestaltet, die Betroffenen sind an seiner Gestaltung beteiligt und werden selbst aktiv. In der Zielperspektive sind Frauen sicherer, sie reflektieren ihre Kenntnisse und bauen Schlüsselqualifikationen aus. Durch die frühzeitige Befassung mit dem "Wiedereinstieg" und die angebotene Unterstützung soll Ängsten entgegenwirkt werden.

Zugleich sollen Dequalifizierung der Frauen und Verlust der Anschlussfähigkeit professioneller Fertigkeiten vermieden werden. Bei langen Berufspausen drohen ihnen zudem Einkommensverluste, denen durch die begleitete Wiederaufnahme der Arbeit vorgebeugt werden soll. Langfristig wird erwartet, dass durch das Wieder-Heranführen ans Lernen, die Erprobung neuer Lernformen und die Steigerung persönlicher Kompetenzen Impulse gesetzt werden können, die die Beschäftigungsfähigkeit von Frauen verbessern.

Betriebe können durch das Angebot, ihre Beschäftigten in Erziehungsurlaub und Familienpause zu qualifizieren, die Bindung der Frauen an das Unternehmen erhöhen. Wenn die Berufsrückkehrerinnen besser vorbereitet an den Arbeitsplatz zurückkommen, verkürzen sich Anlernzeiten oder entfallen ganz. Dieser reduzierte Aufwand zur Re-integration nach der Familienpause kommt auch der Produktivität zugute und erleichtert die betriebliche Einsatzplanung. 

Schließlich soll das Projekt Bedingungen erfassen, wie Angebote im Hinblick auf die Akzeptanz bei den Betroffenen optimiert werden können. Fragen sind beispielsweise: Wie nehmen die Frauen internet-basiertes Lernen an? Welche Rolle spielt die Lerngruppe? Gelingt es im Blendet-Learning-Arrangement, das Lernen freier und familienfreundlicher zu gestalten? Kann das Projekt dazu beitragen, IT-Vorbehalte bei Frauen zu reduzieren und dazu beitragen, der (geschlechterbezogenen) digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken?

Laufzeit

01.11.2006-31.10.2008

Partner

  • Frauen: ComputerSchule
    Frauen: ComputerSchule

Fachliche Betreuung

  • AAU – Ausbildungsring ausländischer Unternehmer e.V.
    AAU – Ausbildungsring ausländischer Unternehmer e.V.
  • Salzburger Verwaltungsakademie
    Salzburger Verwaltungsakademie

Bewilligungsstelle

  • Regierung von Mittelfranken
    Regierung von Mittelfranken

Förderung

  • Offensive Zukunft Bayern Bayerischer Arbeitsmarktfonds
  • Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration
    Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Kontakt

Dr. Barbara MohrTelefon: +49 911 27779-33mohr.barbara(at)f-bb.deDr. Barbara Mohr