Durchlässigkeit der Berufsbildungssysteme im Europäischen Vergleich – am Beispiel: Verfahren der Identifizierung und Anerkennung von informell und non-formal erworbenen Lernergebnissen

Projektbereich

Internationalisierung der Berufsbildung

Kurzbeschreibung

Das Thema der „Durchlässigkeit im Berufsbildungssystem“ hat im Land Brandenburg hohe politische Priorität. Ein großer Handlungsbedarf besteht darin, die Übergänge innerhalb der Bildungsbereiche sowie an den Schnittstellen zwischen den Bildungsbereichen flexibler zu gestalten. Die Anerkennung von informell und non-formal erworbenen Lernergebnissen wird hierbei als eine Möglichkeit gesehen, die angestrebte Erhöhung der Durchlässigkeit zu erreichen. 

Ausgehend von Praktiken in anderen europäischen Ländern werden in diesem Projekt die Möglichkeiten und Hemmnisse für die Anerkennung informell und non-formal erworbener Lernergebnisse am Beispiel der folgenden beruflichen Übergänge untersucht:

  • Ausbildungsabbrecher bzw. -umsteiger
  • Studienabbrecher bzw. -umsteiger
  • Quereinsteiger
  • Einstieg ins Studium mit beruflichen Vorerfahrungen

Aktuelle Entwicklungen auf der europäischen (EQR, ECVET) und deutschen Ebene (DQR, DECVET) sowie bereits vorhandene Anerkennungsverfahren und Pilotprojekte in den EU-Mitgliedstaaten bilden hierbei den Bezugsrahmen für die Analyse.

Zielsetzung

Ziel des Projektes ist es, bereits vorhandene Verfahren, Instrumente und Erfahrungen bei der Anerkennung informell und non-formal erworbener Lernergebnisse zu identifizieren und sie auf die Möglichkeit der Transferierbarkeit auf das deutsche bzw. brandenburgische Bildungssystem hin zu überprüfen. Somit wird es abschließend möglich, Brandenburger Akteuren konkrete Handlungsempfehlungen für mehr Durchlässigkeit in der beruflichen Bildung bereitzustellen.

Laufzeit

01.01.2011-30.06.2012

Materialien

ALLGEMEINES INFORMATIONSMATERIAL

Fallbeispiele aus Brandenburg

In diesem Dokument finden sich Fallbeispiele aus Brandenburg, die den internationalen Experten zur Begutachtung vorgelegt wurden. Aufgabe der Experten aus Finnland, Tschechien, Österreich, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden war es Lösungsvorschläge zu unterbreiten, wie aus der Sicht ihrer Länder die in den Fallbeispielen beschriebenen Probleme gelöst werden könnten.


FINNLAND - INFORMATIONSMATERIALIEN

Finnische Bildungsportal

Auf den Seiten des „Nationalen Finnischen Bildungsportals“ finden sich umfangreiche Informationen zum finnischen Bildungssystem, zur Berufsbildung in Finnland und zu weiteren Thematiken in diesem Feld.

Finnish National Board of Education (2008): Competence-based Qualifications, 1th January 2008.

Unter diesem Link findet sich eine alphabetische Darstellung und Beschreibung der Curricula, Inhalte, Anforderungen und Module aller Qualifikationen, welche über das finnische „System der kompetenzbasierten Prüfungen“ erlangt werden können.

Finnischer Prüfungsleitfaden (Ausschnitt) zu den kompetenzbasierten Prüfungen

In diesem Leitfaden werden die einzelnen Etappen, Prinzipien und Zuständigkeiten etc. für die Ablegung einer kompetenzbasierten Prüfung in Finnland beschrieben.

Pohjonen, Petri (2002): LERNEN AM ARBEITSPLATZIN FINNLAND, Zentralamt für Unterrichtswesen, Helsinki.

In diesem Beitrag wird zunächst ein Überblick über die berufliche (Erwachsenen-)Bildung in Finnland gegeben, um dann das Modell „Lernen am Arbeitsplatz als zentrale Lösung für Bildungsprobleme“ vorzustellen.


NIEDERLANDE - INFORMATIONSMATERIALIEN

Aalsma, E./Duvekot, R. / Sanou, L. (2007): Five steps up. A how-to guide for getting started with VPL.
Hier werden die „5 Schritte für eine erfolgreiche Umsetzung eines Validierungsverfahrens“ beschrieben.

CEDEFOP (2004): Berufsbildung in den Niederlanden. 
Diese vom CEDEFOP veröffentliche Dokumentation bietet umfassende Informationen zum Berufsbildungssystem in den Niederlanden. 

Busse, G. / Eggert, J. (2005): Kompetenzen sichtbar machen. Methoden und Instrumente zur Erfassung und Bewertung beruflicher Kompetenzen und Fertigkeiten im Vergleich.
Dieser Aufsatz vergleicht die in Deutschland und in den Niederlanden genutzten Verfahren zur Feststellung und Anerkennung von auf unterschiedlichen Wegen erworbenen Kompetenzen. Hierbei zeichnet er gleichzeitig für beide Länder die Entwicklungen von einem „Input- zu einem outputorientierten System“ nach.

Duvekot, R.C. (2005): VPL in 10 steps.
Hier werden das EVC-Prinzip und die einzelnen Verfahrensschritte beschrieben. Zur besseren Übersichtlichkeit werden sie am Ende des Artikels in einem Schema zusammengefasst.

Information APL in the Netherlands. Background information APL in the Netherlands.
Dieser Artikel informiert über die niederländische Qualifikationsstruktur, die Infrastruktur zur Umsetzung des EVC-Prinzips und über den Ablauf des Verfahrens. Im Anhang finden sich eine Kurzversion des Qualitätscodes sowie eine an die Anbieter des EVC-Verfahrens gerichtete Checkliste.

Allgemeine Information zum APL-Verfahren in den Niederlanden stellt das Kenniscentrum EVC (Dutch Knowledge Centre for accreditation of prior learning (APL)) zur Verfügung: http://evc.lerenenwerken.nl/apl-english


ÖSTERREICH - INFORMATIONSMATERIALIEN

Archan, Sabine / Schlögl, Peter (2007): Von der Lehre zur postsekundären Bildung. Eine Studie und Modelle zur Durchlässigkeit im österreichischen Ausbildungssystem, Wien.

In dieser Studie werden verschiedene Wege aufgezeigt, wie die Verbesserung der Durchlässigkeit für Lehrabsolventen in Österreich gestaltet werden könnte. Ziel der Studie war es Szenarien zu entwickeln, wie die Schnittstelle zwischen Lehre und höheren Bildungsoptionen weiter verbessert und damit die Attraktivität der dualen Ausbildung erhöht werden kann.

Bauer Dr., Fritz (2008): „DU kannst was“

In diesem Artikel werden die Idee und die Erfahrungen des oberösterreichischen Pilotprojekts zur Anerkennung informell und non-formal erworbener Kompetenzen aus der Sicht einer der Protagonisten des Projekts vorgestellt.

„DU kannst was!“ - Eine Pilotinitiave aus Oberösterreich.

In dem Projektflyer werden die Ansätze, Ziele und Verfahrensschritte des Projektes beschrieben.

Prokopp, Monika (2011): Anerkennung von non-formalem und informellem Lernen für Personen mit geringer formaler Qualifikation in Österreich. Studies in Lifelong Learning, Bd. 8. Krems Edition, Donau-Universität Krems.

In der Studie werden u. a. verschiedene Pilotprojekte aus Österreich zur Feststellung und Validierung informell und non-formalen Lernens detailliert dargestellt. Siehe dazu insbesondere die Seiten 69-121.


SCHWEIZ – INFORMATIONSMATERIALIEN

Berufsbildung in der Schweiz – Fakten und Zahlen
In dem Dokument wird das Berufsbildungssystem der Schweiz kurz und anschaulich erläutert.

Die Höhere Berufsbildung in der Schweiz – Fakten und Zahlen
In diesem Übersichtsdokument werden die einzelnen Bildungswege zur Erlangung höherer, beruflicher Abschlüsse beschrieben.

Entwurf des "Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich"
Hier finden sich die rechtlichen Grundlagen für die Hochschulbildung der Schweiz.

Übersicht über das Hochschulsystem der Schweiz
Hier wird das Hochschulsystem der Schweiz schematisch dargestellt.

Validierung von Bildungsleistungen – Leitfaden
In diesem Leitfaden werden die Richtlinien, die Akteure und Zuständigkeiten sowie der Ablauf des Validierungsverfahrens in der Schweiz beschrieben.


TSCHECHIEN - INFORMATIONSMATERIALIEN

CEDEFOP (2009): Blickpunkt Berufsbildung
Diese informative Broschüre gibt einen kurzen Überblick über das Berufsbildungssystem in Tschechien.

Informationen zur Anerkennung von Vorerfahrungen für Schul- oder Berufsabschlüsse stellt die National Institution of Technical and Vocational Education (NUOV) in Prag zur Verfügung: www.nuov.cz/nsk2/legal-framework

OECD (2007): OECD Activity on Recognition of non-formal and informal Learning.
In diesem Bericht werden die derzeitigen Ansätze zur Feststellung und Anerkennung informell und non-formalen Lernens in Tschechien umfassend untersucht.

Kompetenzfeldzuordnung

Europäisierung der Berufsbildung

Partner

  • Agentur für Arbeit Neuruppin
  • bbw Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg e.V.
    bbw Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg e.V.
  • Educational Association, Tschechien
  • Ecap Consultancy (Como, Italien)
    Ecap Consultancy (Como, Italien)
  • Fachhochschule Brandenburg
  • Heikki Suomalainen, Senior-Experte aus Finnland
  • IBW - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft Österreich
  • Industrie- und Handelskammer Potsdam
  • Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. (UVB)
  • Wirtschaftskammer Österreich

Förderung

  • Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie aus Mitteln des ESF und des Landes Brandenburg
    Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie aus Mitteln des ESF und des Landes Brandenburg
  • Europäischer Sozialfonds (ESF) - Investition in Ihre Zukunft
    Europäischer Sozialfonds (ESF) - Investition in Ihre Zukunft