Stellenwert der dualen Ausbildung in Großunternehmen - Untersuchung zur inhaltlichen Ausgestaltung von betrieblichen Qualifizierungs- und Personalentwicklungskonzeptionen

Projektbereich

Ausbildung und Bildungsplanung

Kurzbeschreibung

Die duale Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. Handwerksordnung (HWO) stellt für die Mehrzahl der Unternehmen in Deutschland weiterhin den bevorzugten Weg dar, ihren Bedarf an Fachkräften für die mittlere Qualifikationsebene zu decken. Der Wandel der Arbeitsanforderungen, die demographische Entwicklung und die Dynamik der Globalisierung bewirken, dass viele Unternehmen ihr Portfolio an Ausbildungs- und Qualifizierungsstrategien erweitern: Neue Bachelorstudiengänge oder Angebote für „Duale Studiengänge“, die die klassische Berufsausbildung mit akademischer Bildung verknüpfen sind nur zwei Beispiele, die deutlich machen, dass Unternehmen Alternativen zur Dualen Ausbildung entwickeln bzw. annehmen.

Gerade Großunternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern entwickeln und erproben eigene Ausbildungs- und Qualifizierungsmodelle, um die Qualifikationen ihrer Fachkräfte auf die jeweiligen beruflichen Anforderungen abzustimmen. Da diesen Unternehmen aufgrund ihrer Wirtschaftskraft und ihrer zumeist internationalen Ausrichtung eine Schlüsselposition bei der Entwicklung und Etablierung neuer Ausbildungsmodelle zukommt, können neue, alternative Personalentwicklungs- und Ausbildungsstrategien dieser Unternehmen überbetriebliche Signalwirkung für gesetzlich geregelte berufliche Ausbildung haben.

Das f-bb analysiert im Rahmen der BMBF-Berufsbildungsforschungsinitiative die Bereitschaft von großen Unternehmen zur Ausbildung nach BBiG/HwO und deren Stellenwert im Kontext aller Personalentwicklungsmaßnahmen. Die Untersuchung zielt dabei vor allem auf Unternehmen, die eigene Qualifizierungsprogramme entwickeln und durchführen.

Zielsetzung

Im Forschungsprojekt werden insgesamt 30 Großunternehmen zu ihrer Ausbildungs- und Qualifizierungspraxis mittels telefonischer Experteninterviews befragt. Basierend auf einer typologisierenden Beschreibung soll der Frage nachgegangen werden, welche Strategien diese international agierenden Unternehmen (DAX-Unternehmen, Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern) anwenden, um auf der mittleren Qualifikationsebene (Facharbeiter) Personal auszubilden, zu rekrutieren und ggf. beruflich weiterzubilden. Ein besonderer Fokus liegt dabei darauf,  

  • welche Faktoren berufliche Ausbildung nach BBiG/HWO fördern bzw. hemmen,
  • welche zur Ausbildung nach BBiG/HWO alternativen Qualifizierungswege eingeschlagen werden und
  • wie diese im Detail aussehen (Inhalt, Form, Organisationsmodelle). Dieser Aspekt wird in fünf betrieblichen Fallstudien vertiefend dargestellt.

Aufbauend auf dieser Deskription soll eingeschätzt werden, welche möglichen Implikationen die alternativen Ausbildungsformen für das deutsche Berufsbildungssystem haben und in welcher inhaltlichen und strukturellen Nähe bzw. Distanz sie zur Ausbildung des Dualen Systems stehen.

Das Projekt, das im Rahmen der Berufsbildungsforschungsinitiative des BMBF gefördert wird, endet im Dezember 2012. Die Ergebnisse werden in einem Forschungsbericht publiziert.

Laufzeit

15.12.2011-14.12.2012

Publikationen

Fachartikel

Stuhlmüller, A.: Veränderte Rahmenbedingungen dualer Berufsausbildung. In: Eusl-Verlag (Hrsg.): berufsbildung – Zeitschrift für Praxis und Theorie in der Betrieb und Schule, 161. Detmold 2016

Severing, E.: Durchlässigkeit im Bildungssystem - kein Anschluss ohne Abschluss?. In: Bundesinstiut für Berufsbildung (Hrsg.): BWP - Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 4/2008. W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2008, S. 35-38

Kompetenzfeldzuordnung

Bildungsplanung

Auftraggeber

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

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