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Leistungsspektrum

Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) führt Projekte und empirische Untersuchungen zu Fragen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung durch. Fragestellungen und Zielsetzungen unserer Forschungs- und Gestaltungsprojekte werden aus der Berufsbildungspraxis entwickelt. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit Praktikern und in Anknüpfung an den jeweils aktuellen Forschungs- und Entwicklungsstand.

Unser Ziel ist es, den wissenschaftlichen und bildungspolitischen Austausch zur Entwicklung der beruflichen und betrieblichen Bildung zu fördern. Die fachliche Zusammenarbeit mit der Bildungspolitik und der Bildungspraxis hat für uns aus diesem Grund hohe Priorität. Die Forschungsergebnisse werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit leistet das f-bb einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Berufsbildungsforschung aus anwendungsnaher Perspektive und trägt zur Verbesserung der Berufsbildungspraxis in Unternehmen und Bildungseinrichtungen bei.

Weitere Informationen zum Institut und den Arbeitsschwerpunkten des f-bb finden sich in der Institutsbroschüre (350 KB).

  • Gestaltungs- und Transferprojekte
    Bei der anwendungsnahen Berufsbildungsforschung in Pilotprojekten steht die praktische Umsetzbarkeit der Neuentwicklungen im Vordergrund. Die Innovationsarbeit vollzieht sich als iterativer Prozess im Miteinander der Akteure in der Berufsbildung. Rückkopplungsschleifen helfen, die Projektprodukte zu optimieren und direkt für die Praxis von Unternehmen und Dienstleistern in der Aus- und Weiterbildung nutzbar zu machen. Der Innovationstransfer hat sowohl als integraler Bestandteil von Projekten als auch als Gegenstand eigener Projekte eine hohe Bedeutung für unsere Arbeit.
  • Fallstudien und empirische Erhebungen
    Die Forschungsvorhaben des f-bb nutzen ein breites Arsenal von Methoden der empirischen Sozialforschung. Kooperative Verfahren, die auch die Expertise der Akteure in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen, stehen dabei im Vordergrund. Best-Practice-Lösungen werden in Fallstudien analysiert, aktuelle Tendenzen in der betrieblichen Bildung quantitativ untersucht. Komplexe Fragestellungen werden mit einer Kombination verschiedener Methoden im Sinne einer Cross-Examination-Forschungsstrategie bearbeitet. Ziel ist es, Betrieben und Politik eine verlässliche Datengrundlage für Lösungsstrategien bereit zu stellen und empirisch fundiert Handlungsempfehlungen zu unterbreiten.
  • Evaluation und wissenschaftliche Begleitung
    Innovationen – auch in der beruflichen Bildung – lassen sich nur begrenzt planen. Es gilt, die erforderlichen Prozesse sorgfältig zu gestalten. Das f-bb sichert dabei eine kompetente Beratung und Begleitung. Produkt- und Prozessevaluation unserer Projekte tragen zur Qualitätssicherung bei. Als wissenschaftlichen Begleitung unterstützt das f-bb die Problemlösung in Gestaltungsvorhaben und fördert die Nachhaltigkeit der Projektarbeit. Dabei kommen responsive, summative und formative Methoden zur Anwendung.

Beispiele aus der Arbeit des f-bb

Gestaltungsprojekte

  • ePlanspiel
    Im Rahmen des Modellversuchs „ePlanspiel“ wurde ein internetgestütztes Planspiel zum Thema eBusiness entwickelt und in mehreren betrieblichen Testphasen erprobt und evaluiert. Im Zentrum des Modells steht eine Simulation kaufmännischer Entscheidungssituationen im Zeichen von eCommerce, die von modular aufgebauten Online-Lernmaterialien und qualitativen Zusatzaufgaben flankiert wird.
  • Erfahrungsorientierte Lernarrangements für ältere Mitarbeiter
    Um einen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels in den Betrieben zu leisten, wurden älterengerechte Lernszenarien zur Sensibilisierung von Führungskräften für neue Altersstrukturen in den Unternehmen entwickelt. In neun Betrieben wurde eine Lernarchitektur erprobt, deren Ausgestaltung auf den Bedarf des jeweiligen Unternehmens abgestimmt ist: Betriebliche Problemstellungen werden auf der Basis der Erfahrung von älteren Beschäftigten gelöst.
  • Entwicklung von Leitfäden für Qualifizierungsberater
    Auf der Grundlage von Bedarfserhebungen zur Qualifizierungsberatung in mehr als 100 Unternehmen und von Fallstudien zu Erfahrungen von 30 Qualifizierungsberatern wurden Leitfäden erstellt, die helfen sollen, die Qualifizierungsberatung für Unternehmen in Deutschland zu verbessern.


Fallstudien und empirische Erhebungen

  • „ECVET reflector“
    Im Auftrag der Europäischen Kommission hat das f-bb in Kooperation mit dem BIBB und unterstützt von zahlreichen europäischen Berufsbildungsexperten in 33 europäischen Staaten untersucht, auf welche Besonderheiten in den nationalen Prüfungs- und Zertifizierungssystemen die Einführung eines Kreditpunktesystems für die berufliche Bildung (ECVET) trifft. Entwickelt wurde eine Typologie, die Anhaltspunkte für den Implementierungsprozess gibt.
  • Externes Ausbildungsmanagement
    Im Rahmen einer standardisierten schriftlichen Befragung von 550 Unternehmen in Deutschland mit Schwerpunkt auf der ME-Industrie wurden zukünftige Unterstützungsfelder für externes Ausbildungsmanagement und ihre Bedeutung für die Betriebe ermittelt.
  • Früherkennung
    In 25 Betriebsfallstudien im verarbeitenden Gewerbe, im Dienstleistungsbereich und im Handwerk wurden Anforderungsprofile für einzelne Tätigkeitsfelder erhoben und Trends in der Qualifikationsentwicklung identifiziert. Die gewonnenen Informationen unterstützen eine vorausschauende Personalarbeit und Maßnahmen zur Modernisierung des Berufsbildungssystems.


Evaluation und wissenschaftliche Begleitung

  • Entwicklung und Erprobung neuartiger Ansätze zur Integration älterer Arbeitsloser
    In den regionalen Beschäftigungspakten, einer bundesweiten Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, evaluierte das f-bb einige regionale  Beschäftigungspakte. Durch seine Evaluationskonzepte trug es wesentlich zur Zielerreichung bei, gab Impulse zur Modifizierung der Konzepte (Prozessbegleitung) und untersuchte die arbeitsmarktpolitische Relevanz der Pakte (Wirkungsforschung).
  • PE-/OE-Konzepte für Bildungsdienstleister
    Als Prozessbegleiter bei der Konzeption und Umsetzung neuartiger Personal- und Organisationsentwicklungsansätze für Bildungsdienstleister beteiligte sich das f-bb an der Entwicklung innovativer Weiterbildungsformen.