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Lernergebnisorientierung in der Berufsbildung

Im Sommer 2010 wird die zweite Erarbeitungsphase des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) abgeschlossen. Damit sind die Voraussetzungen für eine Finalisierung des seit Februar 2009 vorliegenden DQR-Entwurfs und die Implementierung gegeben. Mit Mai dieses Jahres hat auch die zweite Phase der DECVET-Pilotinitiative des BMBF begonnen, an der sich das f-bb mit seinem Projekt EDGE beteiligt. Es geht hier um die Erleichterung der Anrechnung zwischen Qualifikationen des deutschen Berufsbildungssystems. Beide Vorhaben beruhen auf einer Betrachtung von Qualifikationen, die sich an Lernergebnissen orientiert: Als wichtig gilt, „was jemand kann, und nicht, wo er es gelernt hat.“ Das Interesse richtet sich auf Übergänge, Anknüpfungs-möglichkeiten, lebensbegleitendes (Weiter-)Lernen. Um auf dem damit eingeschlagenen Weg voranzukommen, sollte verstärkt über Querverbindungen zwischen den vielfältigen Initiativen nachgedacht werden: von DECVET und DQR über die Schaffung von Anrechnungsmöglichkeiten zwischen Hochschule und Berufsbildung bis hin zur Entwicklung von Kompetenzstandards in der Berufsausbildung.

Lesen Sie mehr über die Aktivitäten des f-bb in diesem Bereich im aktuellen f-bb InfoForum.

Der Kompetenzbegriff im Europäischen und im Deutschen Qualifikationsrahmen

Mit dem DQR wird derzeit ein Transparenz- und Mobilitätsinstrument entwickelt, das in Verknüpfung mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) deutsche Qualifikationen europaweit besser verständlich machen und Gleichwertigkeiten von Qualifikationen aufzeigen soll. Der DQR-Entwurf von 2009 sieht wie der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) acht Niveaustufen vor, die entlang an verschiedenen Beschreibungskategorien charakterisiert werden. [Mehr...]

Lernergebnisorientierung in der Berufsbildung - Projekte im f-bb

Die Orientierung an Lernergebnissen ist der gemeinsame Nenner, der alle bildungspolitischen Transparenzinitiativen auf europäischer Ebene verbindet. Gefragt wird danach, was ein Lernender weiß und in der Lage ist zu tun, nicht wo und wie lange gelernt wurde. Dieser Perspektivwechsel kann der Gestaltung von Lehr-Lernprozessen und Ordnungsmitteln wichtige Impulse geben. Das f-bb beteiligt sich durch verschiedene Projekte an der Umsetzung der Lernergebnisorientierung in der Berufsbildung:

EDGE – Entwicklung von Modellen der Anrechnung von Lernergebnissen zwischen Ausbildungsberufen im Dualen System auf der Grundlage von ECVET
Das vom f-bb durchgeführte Projekt ist Teil der DECVET-Initiative des BMBF und entwickelt und erprobt Anrechnungsverfahren an der Schnittstelle gemeinsamer berufsbildübergreifender Qualifikationen in einem Berufsfeld.
http://www.decvet.net/

DQR-Büro
Im Auftrag des BMBF arbeitet das f-bb zusammen mit der BBJ Consult AG im DQR-Büro, das das Ministerium bei die Erarbeitung und Erprobung eines Deutschen Qualifikationsrahmens fachlich und organisatorisch unterstützt.
http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de/

europass+2
Das im europass+-Projekt entwickelte online-Unterstützungsinstrument zielt darauf ab, junge Menschen in die Lage zu versetzen, ihre informell erworbenen Kompetenzen im europass Lebenslauf zu dokumentieren. Das Folgeprojekt entwickelt das Instrument im Sinne einer verstärkten Lernergebnisorientierung insbesondere mit Blick auf den EQF weiter und sucht nach Lösungen, die auch den Bedarf von Erwachsenen, insbesondere weniger qualifizierte Arbeitnehmern und Arbeitssuchenden, berücksichtigt.
http://www.europassplus.de/

Informationen zu EQR, DQR, (D)ECVET und europass finden Sie auf der vom f-bb gestalteten Website http://www.ecvet.de/.

Die DECVET-Pilotinitiative wird fortgesetzt

Ziel der BMBF-Initiative "DECVET – Entwicklung eines Leistungspunktesystems in der beruflichen Bildung“ ist es, im nationalen Kontext Verfahren zur berufsübergreifenden Erfassung und Anrechnung von Lernergebnissen zu entwickeln und zu erproben. Das f-bb führt im Rahmen dieser Initiative eines von zehn geförderten Projekten durch, in dem auf der Grundlage von ECVET berufsübergreifende Anrechnungsmodelle für Lernergebnisse für acht duale Ausbildungsberufe im Metall- und Elektrobereich entwickelt werden. [Mehr...]

Coaching als Beratungskonzept für Risikogruppen

Zusammen mit sieben Partnern aus verschiedenen europäischen Ländern hat das f-bb einen Trainingskurs für Berater von Risikogruppen wie Langzeitarbeitslosen, Migranten etc. entwickelt und erfolgreich getestet. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes wurde mit dem Kurs das Ziel einer Weiterbildung für Coaches verfolgt, die Ratsuchenden sowohl auf beruflicher als auch auf persönlicher Ebene weiterhelfen können. Die Inhalte reichen von allgemeinen Informationen zum Coaching über interkulturelles Training und Change Management bis hin zu Methoden der Kompetenzfeststellung, wobei die Berücksichtigung der nationalen Kontexte und ihrer institutionellen Besonderheiten den jeweiligen nationalen Partnern oblag.

Nähere Informationen zum Leonardo da Vinci-Projekt „Competence Coach" finden Sie unter http://www.competence-coach.eu./ 

DQR – lebenslanges Lernen – informelles Lernen

Erklärte Ziele des Europäischen und des Deutschen Qualifikationsrahmens sind eine verbesserte "Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa" und die "Förderung der Mobilität von Lernenden und Beschäftigten zwischen Deutschland und anderen europäischen Ländern im Sinne bestmöglicher Chancen" (aus dem DQR-Entwurf 2009). EQR und DQR-Entwurf machen in ihren vollständigen Titeln darüber hinaus aber auch ihren Bezug zur Zielsetzung des lebenslangen Lernens deutlich. [Mehr...]

Weitere Informationen zum DQR-Entwurf finden Sie hier.

Mehr Informationen zum Thema

 Fachartikel

  • Eine ausführliche Darstellung der Thematik finden Sie in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift für Berufsbildung und Bildungspolitik „Wirtschaft und Berufserziehung". Das f-bb kooperiert seit April 2009 mit der im ZIEL-Verlag erscheinenden Zeitschrift (Rubrik: „Aus der Forschungspraxis des f-bb“) und analysiert hier immer wieder auch Fragen der europäischen Berufsbildungspolitik:
    • Der Deutsche Qualifikationsrahmen und das lebenslange Lernen (6.09)
    • Die deutsche Berufsbildung in Europa: das Beispiel der Meisterqualifikation im Handwerk (8.09)
    • Zur Struktur des Deutschen Qualifikationsrahmens (6.10)
  • Fietz, G.; Reglin, T.; Schöpf, N.: Doppelter Nutzen durch ECVET: Grenzüberschreitende Mobilität und Durchlässigkeit in der deutschen Berufsbildung steigern. In: BWP - Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 5/2008, S. 10-13
  • Schöpf, N.: Mobilität und Durchlässigkeit in der Berufsbildung durch Anrechnung von Lernergebnissen. In: Berufsbildung, 112/2008 (62. Jg.), S. 20-22
  • Reglin, T.; Schöpf, N.: ECVET im Automotive-Sektor. (2007) Nürnberg Download (0,81 MB)
  • Severing, E.: Europäisierung der beruflichen Bildung. Die Diskussion in Deutschland. In: Dokumentation der Konferenz deutschsprachiger Berufsbildungsforschungsinstitute (2005). Nürnberg, S. 203-215
    Download (0,24 MB)
  • Severing, E. (2005): Europäische Zertifizierungsstandards in der Berufsbildung. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik (ZBW)102/2005, S. 15-29
    Download (0,23 MB)

Buchreihe: Wirtschaft und Bildung

  • Zukunftssicher durch flexible Ausbildungszeiten. Neue Metall- und Elektroberufe in der Diskussion. Loebe, H., Severing, E. (Hrsg.) (2009). Band 58. W. Bertelsmann Verlag Bielefeld
  • ECVET - Einführung eines Leistungspunktesystems für die Berufsbildung. Schlussbericht. Loebe, H., Severing, E. (Hrsg.) (2008). Band 50. W. Bertelsmann Verlag Bielefeld
  • Mobilität steigern - Durchlässigkeit fördern. Europäische Impulse für die Berufsbildung. Loebe, H., Severing, E. (Hrsg.) (2010). Band 55. W. Bertelsmann Verlag Bielefeld
  • Europäisierung der Ausbildung. Ergebnisse einer Fachtagung des f-bb. Loebe, H., Severing, E. (Hrsg.) (2006). Band 38. W. Bertelsmann Verlag Bielefeld

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Fax: +49 (911) 277 79-50
E-Mail: wacker.nadine(at)f-bb.de

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